Ars Canusina
 
 
 

 

Von links:
"Ars Canusina", von Maria Bertolani del Rio (1935);
Alte Verzierungsmuster des Keramikhandwerks
Ars Canusina ist der Name eines Kunsthandwerksbetriebes, der in Reggio Emilia im Rahmen eines didaktischen Projektes für behinderte Kinder in den 30er Jahren gestartet wurde. Die kennzeichnenden Muster, Nachbilder einiger Ziermotiven der mathildischen Epoche, hatte Maria Bertolani Del Rio 1935 in einer - jetzt neu aufgelegten - Sammlung abdrucken lassen. Besonders inspirierend waren Kapitelle, Taufbecken, Säulenbalken und Miniaturkoden, die auf eine carolingisch-romanische und doch ganz eigentümliche Tradition zurückgehen. Das schon seit 1932 als "Ars Canusina" eingetragene Warenzeichen hat bisher einige erfolgreiche Anerkennungen auf nationaler Ebene erzielt, nicht zuletzt eine Serie von strengen Standard- und Qualitätsanforderungen. Zum lokalen Handwerk gehören Goldschmiede- und Keramikkunst, Sandsteinbearbeitung, Bildhauerei und Handstickerei. Das Warenzeichen wird zur zeit von der Gemeindebehörde von Casina nur den Handwerksbetrieben gestattet, die sich der Erzeugung von vorschriftsmäßigen Qualitätsmanufakturen tätig widmen. Für Infos und besondere Anfragen kann man sich an die zuständige Markenschutzkommission anwenden.
(c/o biblioteca, tel. 0522.604712).
Keramikkunst
Da sinistra:
Ein Keramikteller
Die Ars Canusina-Erzeugnisse lassen sich an eine besondere Geschicklichkeit in der Verarbeitung von Keramik, Terrakotta und Majolika erkennen. An der Drehmaschine werden Lampen, Töpfe und Teller geformt und mit exklusiven Dekorationen ausgeschmückt.
Verzierungskunst
Da sinistra:
Beispiel von verziertem Brief aus "Ars Canusina"
Auf eine ebenso alte und aussterbende Tradition gehen auch die für das örtliche Kunsthandwerk wichtigen Stickarbeiten zurück. Die mathildischen Stilelemente sind heute zum Unterrichtsobjekt für die Erzeugung anerkannter Aussteuerspitzen geworden.
Oreficeria
Da sinistra:
Kupferteller - Ermes Villa, 1988 (Privatsammlung);
Alte Verzierungsmuster der Art Canusina
Große Erheblichkeit verdienen insbesondere die Goldschmiedearbeiten, bei den einige mathildische Verzierungsmuster übernommen und auf neue Formen eingesetzt werden: Halsketten, Schmucknadel, Armschienen, Ringe, Anhänger. Durch Einlege-, Treib- und Graviertechniken erhält man Einzelstücke und Ausstattungselemente so wie Tische, Konsolen, und Paneele mit mathildischen Einschnitzungen. Carmela Adani, Künstlerin aus Correggio, hat elegante Marmorverzierungen und einige Bildhauerwerke mit Schmuckthemen der Ars Canusina bereichert.
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