Sehenswürdigkeiten

 

Da sinistra:
Die "calanchi", typische Erosionstäler der emilianischen Apennin-Hänge;
Die Fels von Bismantova.
Die calanchi
Die sogenannten "calanchi" (wörtl.: Furchen) sind eine der eindrucksvollsten Erscheinungen des mathildischen Gebietes. Die Burg von Canossa ragt z.B. über einen breiten Furchengürtel, der der umliegenden Landschaft einen merkwürdigen Reiz verleiht. Vom Aussehen her sind es nakte und gelbliche Hügelchen, wo sich Bruchstücken verschiedener Steinsorten in große Mengen gesammelt haben. Wissenschaftlich handelt es sich eher um Lehmschichten, die sich vor einigen Millionen Jahren auf den Boden eines uralten Meeresbeckens abgelagert haben. Nach der langsamen Erosion der dünnen Pflanzendecke ist die nackte Unterschicht wieder aufgetaucht, und genau so sieht es noch heute aus. Eine Minderheit von besonders widerstandsfähigen Pflanzenarten, u.a. seltsamen Orchideen, kann trotzdem in diesem unwirtlichen Milieu überleben.

Die aushöhlungen
Im mathildischen Gebiet sind Gipsenaufschlüsse besonders häufig. Tatsächlich handelt es sich um ein brüchiges Gestein, das auch zu industriellen Zwecken verwendet wird, wie bei den alten Gipsgruben von Vezzano, in der Provinz Reggio Emilia, heute noch der Fall ist. Aus der langsamen Wassererosion des Gipsgesteins ergeben sich oberflächliche Karsterscheinungen, die wir besser als Dolinen kennen, bzw. unterirdische Bodenaushöhlungen und entsprechende Grotten. Die berühmteste und größte darunter heißt "Tana della Mussina" und liegt im Gemeindebezirk von Albinea, im reggianischen Gebiet, aber die darin aufbewahrten prähistorischen Überreste sind nur erfahrenen Späleologen zugänglich.

Le salse
Mit diesem komischen Namen (wörtl.: Saucen) wird auf jene Salzschlamm- und Kaltwasserausbrüche hingewiesen, die sich langsam in Kegelform absetzen und ihrerseits Gase und bitumähnliche Stoffe auswerfen. Vulkanerscheinungen sind es eigentlich nicht, denn die echten Lavaströme sehen - und wirken - wie bekannt ganz anders aus. Diesen harmlosen Salzsaucen kann man in Lesignano Bagni, Casola di Querciola und Regnano jederzeit nahekommen.
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