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Von links:
das Gebiet um Quattro Castella; eine historische Rekonstruktion von Franca Manenti Valli des Schlosses von Canossa zu Lebzeiten von Matilde.
Das Hügelgebiet zwischen den Tälern des Enza- und des Secchia-Flusses wurde nach sporadischen neolithischen Ansiedlungen von den Römern kolonisiert. Aus ihrer Herrschaft entstand mit Sicherheit die Stadt Luceria (heute Ciano), wobei eine Reihe archeologischer Auffindungen auf dem Fels von Canossa auf eine hypothetische Militärfestung hinweist.
Nach den dunklen Jahrhunderten des Niedermittelalters und den aufeinanderfolgenden Zerstörungen durch Langobarden und Bizanthiner, errichtete Adalbert Atto aus Lucca eine Festungstadt, die ihre höchste Entwicklung zwischen 11. und 12. Jh. erlebte. Gleichzeitig wurden die Dörfergemeinden immer breiter und die Wälder in Weiden und fruchtbare Felder gewandelt. Doch erst bei Mathildes Herrschaft, die Große Gräfin, erwarben diese Länder aufgrund der Investiturstreiten zwischen Papst und Kaiser die Weltberühmtheit, denn ihre Lehen erstreckten sich zwischen Frankreich und Italien, von Mantova nach Lucca, Florenz und den Landstrichen an der Pomündung. Mathilde ist also zweimal europäisch: sowohl in Ausbildung als auch in Stamm. Dank ihrer wesentlichen Vermittlung wurde die alte Universität Bologna gegründet und die Kirchenreform seitens Gregor VII. gefördert. Nach der mathildischen Epoche gelangten diese Länder zuerst unter die Herrschaft angrenzender freien Städte und dann in die Hände von lokalen Familien. Zwischen 1452 und 1527 wurden die meisten Lehen des mathildischen Gebietes zum jahrhundertlangen Besitz der Estenser.

 

Oben die historische Landkarte der Ausdehnung des Herrschaftsgebiets der Canossa in Italien zu Lebzeiten der Gräfin Matilde (XI-XII Jahrhundert).
Offizielle Webseite für Fremdenverkehrsinformationen der öffentlich-privaten Gesellschaft für Gebietsförderung Matilde di Canossa S.p.A. Credits