Von links:
Das Turmhaus von Tresinaro, bei Baiso;
Votigno, nicht weit von Canossa;
Monchio dei Ferri,
in der Nähe von Casina.
Die Turmhäuser sind eine eigentümliche Besonderheit des emilianischen Apennins: man findet sie meistens auf Hügelniveau aber auch höher. Durch ihre schlanke Linie zeichnen sie sich immer noch aus dem Profil der mathildischen Burgdörfer aus. Die ersten Beispiele, nicht zu abweichend von den klassischen Verteidigungstürmen, gehen aufs Ende des Mittelalters zurück. An das aufgestockte Tor kam man durch eine einziehbare Leiter: der erste Stock fungierte zugleich als Nahrungsmittelkeller und Tierstall, am mittleren war die Wohnung und am dritten ein regelrechter Taubenschlag, da Tauben und Mauersegler damals eine reiche Eiweißreserve darstellten. Das bekannteste Turmhausmodell verbreitete sich aber erst zwischen dem 15. und dem 16. Jh. mit quadratischem Grundriß und massiver Steinstruktur. Im Laufe der darauffolgenden Jahrhunderten wurden die Turmhäuser durch die Einführung von Backstein und Schmuckelemente wesentlich schlanker und schöner. Seitdem dann die Verteidigung nicht mehr so wichtig war, dienten sie überwiegend zum Zweck der Famienauszeichnung und als Baukerne größerer Gebäude.  
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